Travels // Japan Pt. 2

 

Heute geht es weiter mit meinem Reisebericht aus Japan. Nach den ersten Tagen in Tokyo und Kyoto hat es uns in ein kleines Bergdorf etwas außerhalb von Kyoto verschlagen. Einmal in Japan wollten wir natürlich auch in einer traditionellen Unterkunft, einem sogenannten Ryokan, schlafen und ich kann euch sagen, das war wirklich ein Abenteuer! Diejenigen, die nicht genau wissen, was ein Ryokan ist: Es handelt sich hierbei um ein traditionell eingerichtetes japanisches Hotel. Die Böden in den Zimmern sind mit Reisstroh-Matten ausgelegt, man schläft auf Futons, die abends auf dem Schrank geräumt und auf dem Boden hergerichtet werden und Straßenschuhe werden am Eingang durch Hausschuhe ausgetauscht, die man von den Angestellten des Hotels erhält.

Am Ryokan angekommen, wir hatten uns für das Momijiya Honkan Takao Sanso entschieden, kam uns auch schon direkt ein wahnsinnig netter Angestellter entgegengetrippelt, der uns unseren Koffer abnahm. Jetzt muss man dazu sagen, dass der Japaner ziemlich klein und schmal und unser Koffer ziemlich groß und schwer (30 kg!) war. Trotz Rollen am Koffer hat er das Ungetüm ins Hotel getragen, wo ihm sofort zwei weitere flinke und ebenso freundliche Helferlein zur Seite standen, die die Rollen sorgfältig abgewischt haben. In der Zwischenzeit wurden uns unsere Straßenschuhe abgenommen und gegen Hausschlappen ausgetauscht. Eine weitere sehr schmächtige Angestellte brachte uns dann in unser Zimmer im zweiten Stock. Den Koffer hat sie getragen. Alleine. Ich bin immer noch dankbar, dass sie unter der Last nicht zusammengebrochen und hinabgestürzt ist. Hauptsächlich deshalb, weil ich hinter ihr gelaufen bin.. Kaum im Vorraum vom Zimmer angekommen, wurden wir von der, ich nenne sie jetzt einfach mal Hausdame, sehr freundlich aufgefordert, die Hausschlappen auszuziehen, denn den Hauptraum betritt man nur in Socken. Nach einer kleinen Einweisung (die Toilette nur mit speziellen Schlappen betreten, den Koffer nur auf einem bestimmten Tuch ausbreiten) und einer Teezeremonie an unserem 30 cm hohen Tischchen waren wir dann endlich alleine und ich von so viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft total eingeschüchtert. Darf ich jetzt alleine meinen Koffer auspacken und ist es erlaubt alleine auf Toilette zu gehen, oder wird einem das hier etwa auch abgenommen? Ein paar Internetrecherchen später wusste ich dann: Alles völlig normal,  einfach zurücklehnen, entspannen und das Rundum-Sorglos-Paket genießen. Kleine Anmerkung: Koffer auspacken und alleine auf Toilette gehen ist übrigens erlaubt! 
Nachdem wir den Tee ausgetrunken hatten, wollten wir uns noch etwas die nähere Umgebung anschauen. Spätestens jetzt war es an der Zeit sich zu entspannen, denn von der traumhaft bergigen Landschaft mit ihren Flüssen und Steintreppen, die durch den Wald führen, ging etwas so beruhigendes aus, dass man einfach loslassen musste. Ich war plötzlich so voller kindlicher Engergie, bin Steinstufen runtergehüpft, am Ufer des Flusses rumgekraxelt und habe mich einfach an der Natur erfreut.

 

 

 

 

Mit einem großen Glücksgefühl im Bauch ging es dann wieder zurück zu unserem Ryokan, denn das Abendessen stand an. Und wer mich jetzt fragt, was ich da alles gegessen habe, dem muss ich sagen: Ich habe größtenteils keine Ahnung!! Es gab zwar eine Karte, wo mit etwas unbeholfenem Englisch die einzelnen Gänge beschrieben wurden, schlau bin ich daraus aber nicht geworden! Ein paar der Dinge, die wir vorgesetzt bekommen haben, habe ich für euch fotografiert und ich werde versuchen, in den Bildunterschriften zumindest teilweise zu sagen, worum es sich dabei handelt.

 

Lotus Tofu, Leuchtkalmare, Bambus, Lilienzwiebeln, Reis, mit irgendeiner Masse gefüllte Bohne

 

Kohlenfisch mit undefinierbarer Grünzeugbeilage

 

Da die englische Karte irgendwie kreuz und quer geschrieben war, finde ich irgendwie nichts, das mit diesem grün/weißen Gericht zusammenpasst. Es war auf jeden Fall weich, süß und glitschig zugleich!

 

Endlich mal etwas, das ich kenne: Tempura! Was genau da aber frittiert wurde, weiß ich wiederum nicht…:)

 

Die Nachspeise war eine Mischung aus altbekanntem, nämlich unglaublich leckerer Mango und Erdbeeren, und undefinierbarem wackelpudingartigem Zeug. Anders kann ich es nicht beschreiben!:)

 

Am nächsten Morgen ging das Abenteueressen direkt weiter und abgesehen von geräuchertem Lachs, Misosuppe, Reis und grünem Tee konnte ich wirklich nichts identifizieren. Während das Abendessen jedoch, trotz Erkennungsschwierigkeiten, überwiegend gut geschmeckt hat, war das Frühstück für meinen mitteleuropäischen Magen leider so gar nichts. Mehr als Dreiviertel habe ich also leider liegen gelassen, was mir wirklich seeeeehr unangenehm war! Witzig fand ich jedoch die kleinen Würmer mit den schwarzen Knopfaugen. Die haben nur salzig geschmeckt. Nach einem Löffel hatte ich dennoch genug……:)

 

 

 

Den restichen Vormittag haben wir beim Kinkaku-ji, dem Goldenen-Pavillon-Tempel, der in der Nähe unseres Hotels war, verbracht. Auf dem Foto sieht es sehr verlassen und idyllisch aus, das trügt jedoch. Um den Teich ist ein Zaun aufgestellt, um den die Touristen wie eingepferchte Kühe stehen, die wie blöd den goldenen Tempel fotografieren, die reinste Touristenhölle sag ich euch!!! Der Tempel ist zwar ganz schön, aber die anderen Tempel, die ich euch hier gezeigt habe, haben mir deutlich besser gefallen! Als entspannenden Ausgleich sind wir dann lieber wieder bei unserem Hotel spazieren gegangen, sooo schön!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Erlebnis war das Bad in einem Onsen, einer Art ernorm heißer Badewanne unter freiem Himmel, die man sich privat buchen konnte. Der Ausblick auf das Tal war atemberaubend, was auf dem Foto wirklich nur halb so schön rüberkommt, aber aufgrund meines Adamskostüms (Kleidung ist hier nicht erlaubt) und dem kühlen Wind, der dort oben ging, bin ich lieber im (sau-)heißen Wasser geblieben und habe die Kamera mal einfach Kamera sein lassen.

 

 

 

Das zweite Abendessen war, verglichen mit ersten, wirklich sehr human, denn es gab Shabu Shabu, eine Art japanisches Fondue. Hier wurden ganz dünne Rindfleischscheiben vom Wagyu-Rind zusammen mit Pilzen, Gemüse, Seidentofu und weiteren Dingen in heißem Wasser gegart und mit einer Erdnuss-Sojasauce gegessen. Schaut vielleicht nicht ganz so hübsch aus, war aber super lecker!!

 

 

 

 

In meinem nächsten Japan-Travel-Post werde ich euch dann einige Eindrücke aus Tokyo zeigen, die im totalen Kontrast zu diesem sehr traditionellen Post stehen, also seid gespannt!:)

 

 

5 Kommentare

  1. Pinki Wink   •  

    Wie immer wunderschöne Bilder, von einer offensichtlich großartigen Reise. Beim Essen wäre ich aber auch an meine Grenzen gestoßen und die traditionellen Betten wären wahrscheinlich auch nicht meins. Gut, dass die Dame nicht mit eurem Koffer die Treppe heruntergefallen ist. Das wäre es ja gewesen ;-).
    Liebste Grüße an dich

  2. Pingback: Travels // Japan Pt. 3 - Pieces of Mariposa

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